Man hört die Hilferufe der Arbeitgeber mittlerweile fast täglich. „Händeringend" wird nach neuen Mitarbeitern und Fachkräften gesucht. Job-Portale sind voll mit offenen Stellen – aber: Niemand findet neues Personal.
Warum finden Unternehmen aktuell kaum qualifizierte Mitarbeiter?
Der Fachkräftemangel ist real
Eine 2022 durchgeführte Befragung von rund 4.000 Betrieben ergab hochgerechnet einen Fachkräftebedarf von ca. 272.000 allein in Österreich. 87% der befragten Unternehmen gaben an, vom Mangel betroffen zu sein. Unternehmen benötigten 2022 durchschnittlich 167 Tage, um eine offene Stelle nachzubesetzen – fünf Tage mehr als noch im Jahr davor.
Aber warum bewerben sich aktuell nur wenige auf die freien Stellen? Wie so oft gibt es hier nicht die eine allgemeingültige Antwort. Es ist ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren:
Pensionierungswelle
Der Anteil erwerbstätiger Personen nimmt konstant ab. Die Generation der Babyboomer hinterlässt eine Lücke, für deren Auffüllung schlicht die arbeitsfähigen Menschen fehlen.
Branchenwechsel
Während der Pandemie gingen viele Jobs temporär verloren. Arbeitnehmer haben umgeschult – und fehlen jetzt in ihren alten Branchen.
Keine flexiblen Arbeitszeitmodelle
Viele Arbeitnehmer bieten weiterhin keine flexiblen Arbeitszeitmodelle an. Wer unflexibel ist, hat bei der Mitarbeitersuche keine Chance.
Zu langwierige Bewerbungsprozesse
Viele Recruitingprozesse sind viel zu aufgebläht. Bewerber haben auf langwierige Prozeduren keine Lust und brechen die Bewerbung frustriert ab.
Es gibt die Fachkräfte – sie arbeiten nur (noch) nicht bei dir!
Der Mangel ist zwar real, aber: Es gibt sie, die Fachkräfte. Allerdings nicht dort, wo viele Unternehmen sie gerne hätten. Statt in ihren eigenen Reihen arbeiten die Profis für die Konkurrenz. Arbeitslose Fachkräfte, die auf eine freie Stelle warten, findet man heute so gut wie nicht mehr.
Dabei ist jeder Schritt hin zu einer Bewerbung zunächst einmal ein Schritt in eine Stresssituation. Und viele wollen sich so etwas nicht antun. Sie bleiben lieber in ihrer Komfortzone, obwohl sie ja eigentlich mit einem Arbeitgeberwechsel liebäugeln. Deshalb ist es enorm wichtig, die Vorzüge seines Unternehmens herauszuarbeiten. Es muss auf den ersten Blick ersichtlich sein, wie eine Fachkraft vom Wechsel profitieren würde.
Warum ist es wichtig, offene Stellen schnell zu besetzen?
Ein erfolgreiches Unternehmen läuft im Regelfall wie eine gut geölte Maschine. Ein Rädchen greift ins andere, alle Abläufe sind ineinander verzahnt. Nur eine Komponente aus diesem System zu entfernen, sorgt für Probleme an unterschiedlichen Stellen.
Vakanzkosten
Durchschnittlich 38.500 Euro pro unbesetzter Stelle entstehen monatlich für ein Unternehmen.
Ablehnung von Aufträgen
Potenzielle Aufträge müssen aufgrund nicht besetzter Stellen abgelehnt werden.
Überforderung von Mitarbeitern
Verbliebene Mitarbeiter müssen mehr leisten und erleben Überforderung und Frustration.
Hohe Überstundenkosten
Überstunden sind deutlich teurer als normale Stunden.
Wie kann Social Recruiting bei der Mitarbeitersuche helfen?
Wer nicht aktiv auf Jobsuche ist, wird sich in der Regel auch nicht auf Jobportalen aufhalten. Trotzdem heißt das nicht, dass Fachkräfte in einer Festanstellung nicht trotzdem an einem Jobwechsel interessiert wären. Vielleicht weiß die Fachkraft noch nicht, dass ein anderes Unternehmen bessere Benefits bieten würde. Manche sind auch in ihrem aktuellen Unternehmen unzufrieden, haben sich aber noch nicht aktiv zur Jobrecherche durchringen können.
Es gilt daher, genau das zu kommunizieren und potenzielle Fachkräfte dort abzufangen, wo sie sich in ihrer Freizeit aufhalten – nämlich in Sozialen Medien. Mit Social Recruiting ist es möglich, diese wechselwilligen Kandidaten direkt anzusprechen und ihnen einen Wechsel schmackhaft zu machen.
Fazit
Social Recruiting ist nicht nur eine Alternative zu klassischen Jobportalen, sondern vielmehr eine notwendige Erweiterung der Recruiting-Strategie. Mit den richtigen Kanälen und einer gezielten Ansprache lassen sich auch in Zeiten des Fachkräftemangels qualifizierte Mitarbeiter finden.


